Chronik


Ich glaube an die Unsterblichkeit des Theaters. Es ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen.

ObMax Reinhardt - Österreichischer Theaterregisseur sich die „Urväter“ der Theatergruppe Rimpar im Jahre 1994 dieser beinahe philosophischen Sätze des österreichischen Theaterregisseurs und Intendanten Max Reinhardt besonnen hatten, oder nur aus purer Freude am Theaterspiel die Laienspielgruppe-Rimpar e.V. gründeten, es ist nicht belegt. Aber es musste und muss noch immer etwas dran sein, an dem Mythos, dass diese Bretter wohl die Welt bedeuten…

Am 10. Juni 1994 wurde von den sieben Gründungsmitgliedern Adolf Albert (1. Vorsitzender), Günter Klein (2. Vorsitzender), Josef Weiler (Kassenwart), Heinz Weber (Theaterwart), Walter König (Schriftführer), sowie Walter Müller (Kassenprüfer) und Tamara Schömig (Kassenprüfer), die Lainspielgruppe Rimpar e.V. offiziell ins Leben gerufen. Von den 21 anwesenden Personen die damals dabei waren, traten schließlich 20 dem Verein bei und verabschiedeten die vorgelegte Satzung. Adolf Albert hatte das Amt des 1. Vorsitzenden bis zum Frühjahr 2013 inne.

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Szene aus „Das Brautwerbertrio“ von 1977

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Theater wurde jedoch in Rimpar schon viel früher gespielt. Bereits 1977, also vor vier Jahrzehnten, wurde das erste Stück mit dem Titel „Das Brautwerbertrio“ im Bischof-Schmitt-Haus aufgeführt. Ab diesem Jahr bestand eine sogenannte Interessengemeinschaft, die sich dem Theaterspielen verschrieben hatte. Dass siebzehn Jahre später die Laienspielgruppe-Rimpar e.V. gegründet wurde, ergab sich aus rechtlichen wie auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Das Interesse der Bürger Rimpars und den umliegenden Gemeinden und Städten war von Beginn an sehr groß. So groß, dass die Schauspieler ihre Rollen anfangs bis zu zwölf Mal in einer Saison auf der Bühne präsentierten. Die Aufführungen waren immer gut besucht, die Karten meist verkauft und die besten Plätze rasch vergeben.

Proben und Kulissen bauen, war von jeher ein gewisses Problem. Man suchte nach geeigneten Räumlichkeiten und wurde in der Pfarrscheune von Rimpar fündig. Einige Jahre wurde dort im Keller geprobt und die benötigten Kulissen für die Theaterstücke gebaut. Die Scheune wurde jedoch von Jahr zu Jahr maroder, gab es doch dort nicht einmal eine Heizung. Da kam dann die alte Schule in Maidbronn wie gerufen. In zahllosen Arbeitsstunden der freiwilligen Helfer, wurden die Räume dort in Eigenregie umgebaut und nach den besonderen Erfordernissen gestaltet. Seit über zehn Jahren ist das Haus in der Riemenschneiderstraße 18, im Ortsteil Maidbronn nun Anlaufstelle und das Zuhause unserer Theatergruppe.

Fanden die frühen Theateraufführungen noch im Bischof-Schmitt-Haus statt, zog die Gruppe 1996 zum Spielen  in den romantischen Innenhof des Rimparer Schlosses um. Doch die Freude über den schönen Spielort währte nicht lange. Denn der Geschmack des Publikums hatte sich allem Anschein nach, mit den Jahren verändert, was die Verantwortlichen an den sinkenden Besucherzahlen erkannten. Und so wurden den Zuschauern neben den Theatervorstellungen, nun zusätzliche attraktive Veranstaltungen, wie Kabarett, Musikaufführungen, Modenschauen und vieles mehr angeboten. Dies war gleichsam die Geburtsstunde des „Rimparer Theatersommers“.

Leider wurden diese Veranstaltungen so groß aufgezogen, dass das eigentliche Theaterspiel in den letzten Jahren beinahe zum „Nebenprodukt“ geraten ist. Im April 2013 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung. Adolf Albert, der bei vielen Stücken auch die Regie führte, wurde von Frank Hochstetter abgelöst.

Unter seiner Führung hat es sich die neue Vorstandschaft auf ihre Fahnen geschrieben: in der Zukunft werden wir wieder mehr „Volkstümliches Bauerntheater“ darbieten und hoffen so, die Zuschauer wieder für das Theater zu begeistern. Und getreu genau diesem Gedanken, wurden im Herbst 2013 die ersten drei Stücke vor einem begeisterten Publikum in der „Kulisse“ aufgeführt. Alle Aufführungen sowie die Zusatzvorstellungen waren bis auf den letzten Platz ausgebucht und wurden auf Anhieb ein großer Erfolg! Unter der Regie von Heinz Kess avancierte das Theater und das Theaterspielen wieder zur Hauptsache – ganz zur Freude der Zuschauer, als auch der Schauspieler.

Die Kinder bei ihrer Darbietung

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Gleichzeitig mit der Neuordnung des Vereins, ist die Laienspielgruppe ein Gründungsmitglied vom Förderverein Kinder- und Jugendarbeit in Markt Rimpar e.V. – kurz KiJuRim geworden. Aufgabe und Leitsatz des Vereins ist es, die Kinder und Jugendlichen in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz zu fördern. Wir haben dabei den Teil der Theaterförderung übernommen. So wurde im Dezember die Premiere in der Kulisse mit dem ersten selbst geschriebenen Stück von den Kindern aufgeführt. Auch wieder ein voller Erfolg.

Im Frühjahr 2014 gab es in der Kulisse unseren ersten  „Tag der offenen Tür“. Die Gäste konnten sich bei einem Rundgang durch die Kulisse über unsere Aktivitäten in 20 Jahre Laienspielgruppe Rimpar e.V. informieren. Ein Blick hinter die Bühne war an diesem Tage möglich und wurde auch reichlich genutzt. Für die musikalische Untermalung sorgten Josef Weiler und Walter Knorz. Die Kinder-Theatergruppe  und HipHop-Gruppe vom Kijurim trugen auch zum gelingen des Tages bei.

Im Herbst des gleichen Jahres hatten wir in der Kulisse unseren zweiten Theaterherbst. Wir zeigten auch diesmal wieder drei Einakter. Nachdem wir im Jahre 2013 nur neun Vorstellungen hatten, haben wir unser Kontingent auf zwölf Veranstaltungen erhöht. Wir hatten das erste Mal zwei Vorstellungen an einem Tag, was sehr gut von unserem Publikum angenommen wurde.

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Am 17. Mai 2015 war unser zweiter „Tag der offenen Tür“. Wir hatten diesmal ein volles Programm: die Kindergartenkinder aus der Rappelkiste in Rimpar zeigten mit einigen Schauspielern den Cup-Song. Im Laufe des Nachmittags kam dann die Grombühler ModeTruhe mit ihren Models und präsentierte die aktuelle Mode. Das Highlight vom Tag war aber die Theateraufführung von Elisabeth und Heinz Kess „Aowedsassä för een“ Dinner for one auf fränkisch. Wir hatten unseren Saal extra anders eingerichtet, so dass 90 Personen Platz hatten, durften aber das Stück öfters spielen, weil der Andrang so groß war.

An diesem Tag wurden auch einige Mitglieder sowie Schauspieler für ihre langjährige Treue zum Verein ausgezeichnet. Dies waren im Einzelnen,

Ehrung langjähriger Mitglieder

für 10 Jahre Mitgliedschaft: Magda Mahler, Siegbert Mahler, Andreas Mahler, Basti Reitzenstein, für 15 Jahre Mitgliedschaft: Margarete Grömling, Helmut Grömling, für 20 Jahre Mitgliedschaft: Hedwig Lorey, Heinz Kess, Elisabeth Kess, Doris Meissner, Ulrike Wunderling, Günter Klein, Ernst Kütt, Bianca Ross, Waltraud König, Walter König, Monika Lier, Karl-Heinz Lier, Tamara Schömig und Josef Weiler.

Die Laienspielgruppe Rimpar e.V. wurde 2015 aus über 640 Mitgliedsbühnen des Verbands Bayerischer Amateur Theater e.V. (VBAT) ausgesucht, um beim Verbandstag am 04. Juli 2015 in Simbach am Inn, ihr Theaterstück „Dinner for one“ auf fränkisch zu spielen. Dieses ist für unser Theater eine sehr große Ehre und Auszeichnung gewesen.

Ende Juli haben wir eine alte Tradition wieder aufleben lassen, unser Verein hat wieder einen Drei-Tage-Ausflug an den Fichtelsee gemacht. Wir haben uns dann am Abend auf der Luisenburg in Wunsiedel den Sommernachtstraum von Shakespeare angeschaut.

Ab dem 23.10. ging wieder unser Theaterherbst los, wobei wir dieses Jahr nur sechs Arbeitstage gebraucht hatten, bis alle unsere Karten verkauft waren. Tolles Ergebnis! Die Arbeit hat sich gelohnt.

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Unsere Schauspieler des Theaterherbst 2015

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Bei der ersten Waldweihnacht im Gramschatzer  Wald – beim Walderlebniszentrum – waren wir mit unserem Stück Dinner for one (auf fränkisch) vertreten. Es war das erste Mal für uns, dass wir das Stück unter freiem Himmel vorführen durften. Die Zuschauer waren begeistert.

Auch in diesem Jahr wurden wir wieder zu der Weihnachtsfeier von der GDL (Gewerkschaft der Lokomotivführer) eingeladen. Wir zeigten dort unser Stück „Die Wallfahrer“ mit Siegbert Mahler, Bianca Ross, Christine Hochstetter und Günter Klein.

Im Februar 2016 wurde der Vorstand neu gewählt. Aus zeitlichen Gründen sind Heinz Kess und Angelika Leppich aus dem Vorstand ausgeschieden, dafür wurden Stefanie Meissner und Tamara Schömig zu neuen Vorstandsmitgliedern gewählt.

Anfang des Jahres 2015 hatte der VBAT (Verband Bay. Amateurtheater e.V.) aufgerufen, sich mit seinen Stücken für den Bayerischen Amateurtheater-Preis zu bewerben. Auch wir haben uns beworben, und bei der Auslosung im März 2016 haben wir von 77 eingegangenen Bewerbungen den neunten Platz belegt.

Am 22. Mai hatten wir bei strahlendem Sonnenschein wieder unseren Tag der offenen Tür, wobei wir diesmal als Gäste die Kürnacher Volkstanzgruppe unter Leitung von Werner Bauer begrüßen konnten. Auch an diesem Tag wurden wieder langjährige Mitglieder geehrt. Für 15 Jahre Christa Kaul, und für 20 Jahre Christian Kelle, Irmtraud Weiler, Petra Michel und Alexander Weiler.

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Wie jedes Jahr haben wir auch im Jahre 2016 einen Ausflug gemacht. In dem Jahr ging es in den Steigerwald. Zuerst erkundeten wir unter der Führung von Günter Klein den Baumwipfelpfad und dann ging es zu Fuß nach Ebrach und wieder zurück. Ein paar Eindrücke sind unter Bildergalerie – Bilder rund um den Verein zu sehen.

Danach bereiteten wir uns auf unseren Theaterherbst vor, bei dem wir zum ersten Mal über 1000 Eintrittskarten verkauft haben. In der Adventszeit haben wir dann den Würzburger Weihnachtsmarkt – wie jedes Jahr – besucht.  Zum Abschluss der Saison wurde unser Theaterstück „Man wird nur einmal 60“, bei der Weihnachtsfeier der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) – Ortsgruppe Würzburg,  im Mathias-Ehrenfried – Haus gezeigt.

Anfang Februar 2017 fand das erste Netzwerktreffen vom Landratsamt Würzburg, für Laienspielgruppen im Landkreis Würzburg, in Eisingen statt. Im März und April starteten wir unsere Video und DVD Abende in der Kulisse. Gezeigt wurden „Die Bayerische Prohibition“  und „Der Maskara“.

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Die Schaupieler vom „Theaterherbst 2016“

Am 07.05.2017 war in Rimpar in der Alten Turnhalle die Auftaktveranstaltung vom Landratsamt Würzburg, für die Seniorenwochen im Landkreis Würzburg. Hier präsentierten wir noch einmal unser Stück „Dinner for one“ auf Fränkisch.

Mitte Mai sollte auch unser „Tag der offenen Tür“ stattfinden. Dieser musst leider wegen der Baustelle um die Kirche St. Afra ausfallen. Ende Mai war das Landratsamt Würzburg bei uns in der Kulisse und hat Ihr zweites Netzwerktreffen abgehalten. 16 Vertreter von Laienspielgruppen aus den Landkreis Würzburg waren gekommen. Im Juli war wieder Zeit einen Ausflug zu starten. Dieses Mal hat ihn Harald Wenzel organisiert, und es ging nach Coburg auf die Feste und in die Altstadt. Mitte Oktober startete dann der Theaterherbst mit seinen 15 Veranstaltungen.

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Nach dem ausverkauften Theaterherbst 2017 ging es wie jedes Jahr,  zu Fuß von Rimpar nach Würzburg auf den Weihnachtsmarkt.

Im April 2018 war die Gruppe AD-Hoc bei uns im Theater und gab dort ein Konzert mit Musik von Eric Clapton, Bob Dylon, CCR, Hannes Wader, Jonny Cash, The Beatles und vielen anderen begeisterten die vier Musiker das Publikum.

Ende April besuchten wir das Stadttheater und durften hinter die Kulissen schauen.

Im Mai, war es dann soweit, wir spielten auf der Waldbühne auf der Landesgartenschau in Würzburg. Später im Juli und August wechselten wir den Standort und spielten im Pavillon des Landkreises Würzburg. Insgesamt hatten wir 18 Auftritte auf der Landesgartenschau mit den Schauspielern Viola Villa, Jan Hochstetter und Markus Fleder, die das Stück „Die Sache mit der Ewigkeit“ präsentierten.

Nach der Landesgartenschau ging es dann anfang September nach Erbshausen, wo der nördliche Landkreis Würzburg sein Fest hatte. Auch dort präsentierten wir, neben Erbshausen, Güntersleben, Theater Bollywood unser Stück „Die Sache mit der Ewigkeit“. Beides mal war es für unsere Schauspieler und unseren Verein ein voller Erfolg.

Im Oktober und November startete dann unser Theaterherbst. Im Dezember spielten wir dann zum Abschluss vom Jahr noch auf der Weihnachtsfeier vom Lokomotivführer Verein Würzburg und bei der GDL unsere Theaterstücke.

Zum Ausklang des Jahres wanderten wir wieder von Rimpar nach Würzburg auf den Weihnachtmarkt um dort am Adventsingen den Erfolg des Jahres zu feiern.

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Das kleine Theater in der Region